Victim Blaming bedeutet, dass dem Opfer fälschlicherweise die Verantwortung zugeschoben wird, also eine Umkehr des Täter-Opfer-Verhältnisses.
Besonders häufig passiert das im Bereich sexualisierter Gewalt. Diese geht oft nicht nur vom privaten Umfeld aus, sondern auch von der Polizei oder Strafverteidiger*innen im Gericht. Ein Beispiel hierfür, aus dem Jahr 2024, ist der Fall von Gisèle Pelicot. Madame Pelicot wird durch ihre Entscheidung, den Prozess gegen ihren Ex-Mann und seine Mittäter öffentlich stattfinden zu lassen, als Heldin und feministische Ikone gefeiert. Die Strafverteidigung hatte wiederholt versucht mit Victim Blaming von der Schuld der Täter abzulenken.