Häusliche Gewalt hat viele Gesichter. Sie zeigt sich nicht immer laut oder sichtbar. Oft wirkt sie schleichend, kontrollierend, entwertend. Sie betrifft Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialem Status, Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Nach wie vor sind vor allem Frauen und Kinder betroffen.
Die Ausstellung setzt genau hier an. Sie informiert, sensibilisiert und macht sichtbar, was häufig verborgen bleibt. Sie lädt dazu ein, hinzusehen, zuzuhören und sich mit den unterschiedlichen Facetten häuslicher Gewalt auseinanderzusetzen – ohne zu überfordern, ohne zu beschuldigen, aber mit klarer Haltung. Eine zentrale Botschaft zieht sich durch alle Stationen: Betroffene tragen keine Schuld. Gewalt ist niemals privat – sie ist ein gesellschaftliches Problem. Prävention, Schutz und Unterstützung sind Aufgaben, die uns alle betreffen.
Die Ausstellung ist interaktiv gestaltet. Besucher*innen bewegen sich mit dem eigenen Smartphone durch die Räume und entdecken dort Hinweise in Form von QR-Codes. Durch das Scannen der Codes erhalten sie weiterführende Informationen zu den einzelnen Stationen. Die Inhalte können wahlweise als Audiodatei angehört oder in Textform gelesen werden. So kann jede Person selbst entscheiden, in welchem Tempo und auf welche Weise sie sich mit den Themen auseinandersetzen möchte.
Der Besuch kann berühren und aufrütteln, lässt jedoch nicht sprachlos oder hilflos zurück. Begleitende Gespräche machen konkrete Hilfsangebote und Handlungsmöglichkeiten sichtbar, sodass Besucher*innen informiert, gestärkt und mit neuen Perspektiven weitergehen können.
Während der gesamten Ausstellungszeit stehen stets zwei Ansprechpartnerinnen von Frauen helfen Frauen Ortenau e.V. vor Ort zur Verfügung. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, sich für ein persönliches Beratungsgespräch zurückzuziehen. Zudem bieten die großzügigen Ausstellungsräume mit drei Ausgängen ausreichend Raum, um innezuhalten und Eindrücke in Ruhe wirken zu lassen.